Ein Hexenritt über unseren Campus.

Medial im Mittelalter angekommen, erleben wir die Phänomene digitaler Mob und öffentlicher Pranger. Bei der Hexenprobe wurden einst die Beschuldigten in einen Sack gesteckt, und ins Wasser geworfen. Schwammen sie oben, waren es Hexen, gingen sie unter waren sie zwar tot, aber immerhin doch keine Hexen.

Das internationale Netzwerk UNITER wurde als „rechtsextremistisch“ bezeichnet und seit gut fünf Monaten schauen uns alle bei der Gewässerüberquerung zu. Da sich keine Beschuldigung bisher bewahrheitet hat, glaubt man an Hexerei, an das Wirken okkulter Bünde an unserer Seite. Für die politisch motivierte Presse können wir dabei gar nicht unschuldig sein, denn ein jeder, der sich unbeirrbar zum Grundgesetz und der Charta der Vereinten Nationen bekennt, positioniert sich unweigerlich rechts von linksradikal und da abschreiben oder nachplappern einfacher als recherchieren ist, vergeht nun schon ein halbes Jahr. Angeheizt durch anonyme Tippgeber, die teilweise für ihre Kreativität stattlich honoriert wurden, werden unbescholtene Bürger in ihrem Privatleben und am Arbeitsplatz in penetranter Art und Weise belästigt. Durch gezielte Hashtags wird der digitale Pöbel für die weitere Hexenjagd mobilisiert. Das dient der Auflagensteigerung und schadet der öffentlichen Wahrnehmung der Behörden, der Bundeswehr und der Sicherheitsfachkräfte. Plan erfüllt, möchte man da fast sagen.

Bei UNITER gab es zahlreiche, nicht immer ganz freiwillige Austritte, aber doppelt so viele neue Mitglieder – ohne Berücksichtigung von Herkunft und Religion. Um der Fülle der damit einhergehenden Projektideen und dem Kommunikationsbedürfnis zu entsprechen, wurde jetzt eine neue gemeinsame Plattform: der Campus entwickelt. Die gesamte Kommunikation aus den unzähligen Chats soll dadurch in einem internen Bereich gebündelt werden. Alles, was in der „Lobby“ gepostet wird, kann nun jedes Mitglied aus allen Vertrauensstufen (von 1-5) sehen, zugleich können sich die einzelnen Projekte in den „Spaces“ etwas übersichtlicher präsentieren. Das fördert den allgemeinen Gedankenaustausch innerhalb des Netzwerks.

Also entweder wir sind nun tatsächlich alle Hexen und Hexer oder ganz einfach ein unpolitisches und überparteiliches Netzwerk, das unter dem Motto: Sicherheit für Leben, Bildung und Entwicklung Projekte von und für andere Mitglieder realisiert, die direkt oder indirekt dem Gemeinwohl zugute kommen. Ein Hilfsnetzwerk mit einer Jobbörse, erlebnisorientierten Veranstaltungen á la Jochen Schweizer (ohne Besenritte, aber mit Reit- & Benimmkursen!) und dem Austausch von Know-how unter Sicherheitsfachkräften. Ein Netzwerk, das sich dafür einsetzt, für die Sicherheitsbranche einen Ethik-Kodex durchzusetzen und vor allem versucht, die sensiblen Daten der Mitglieder vor unberechtigtem Zugriff zu schützen.

Das geschieht durch den Aufbau in Vertrauensstufen, was zudem Mitglieder mit extremistischen Neigungen ausschließen soll, und erst nach frühestens drei Jahren den Wechsel von der Förder- zur Vollmitgliedschaft vorsieht, der an überdurchschnittliche Leistungen gekoppelt ist. Aufgrund einer Kleidungsordnung, wie sie auch in anderen Vereinen üblich ist, werden erreichte Vertrauensstufen sichtbar gemacht. Orden und Abzeichen signalisieren unseren Respekt und die Ehrung des ehrenamtlichen Engagements. Die gemeinsamen Werte, Erfahrungen und Tugenden schaffen ein lebendiges pulsierendes Netzwerk. Und das ist wirklich keine Hexerei!

In eins verbunden.