Michaelistag, 29. September – denn von uns gegangen sind nur die Vergessenen!

 

Keine zwei Jahre ist es her, da wurden im brandenburgischen Müllrose zwei Polizisten im Dienst von einem flüchtenden Straftäter überfahren. Beide haben den Unfall nicht überlebt. Im Alter von 49 und 52 Jahren hinterlassen beide eine Ehefrau und jeweils drei Kinder.

Die Republik war geschockt, Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter äußerte sich: „Die brutale Gewalttat ist unbegreiflich und lässt mich fassungslos zurück. Es handelt sich um den schwersten derartigen Vorfall in der Geschichte der Polizei unseres Landes (Brandenburg) seit 1990.“ Die Fahnen wehten auf Halbmast, Fahrzeuge trugen Trauerflor. Bestürzung herrschte allerorten.

Wie lange hat es gedauert, bis wieder zur Tagesordnung übergegangen wurde? Wer spricht heute noch über die beiden Getöteten, fragt, wie es den Hinterbliebenen geht, den Familien, denen die Väter genommen wurden?
Es gibt viele derartige Fälle, zu viele, als dass man einzeln auf sie eingehen kann. Menschen, Väter und Mütter, Brüder und Schwestern, Ehemänner und Ehefrauen, Freunde und Freundinnen sowie Kollegen und Kolleginnen werden schlagartig aus ihrem Leben und unserem Umfeld gerissen. Was sie alle verbindet? Sie tragen eine Uniform. Jeder Einzelne von ihnen hat im Dienste für unsere Sicherheit und damit für unsere Gesellschaft das Wertvollste geben müssen, das ein Mensch geben kann: sein Leben.

Die Bandbreite der Todesursachen reicht vom eiskalt geplanten Verbrechen, über Unfälle, bis hin zu Suiziden. Auch hier besteht nicht selten ein Zusammenhang mit dem Dienst. Traumatisierende Erlebnisse, die nicht verarbeitet werden konnten, führen in eine Einbahnstraße und enden oftmals in einer Sackgasse.

Angesprochen werden müssen aber auch Todesfälle, die auf berufsbedingte Erkrankungen zurückzuführen sind.
Diese Vielzahl und Vielfalt von Fällen macht es schwer, sie zu beziffern. Dafür gibt es auch keine Notwendigkeit, denn jeder einzelne Fall ist einer zu viel. Jeder einzelne Fall reißt ein Loch in unsere Gesellschaft.

Für uns ergibt sich eine Handlungsverpflichtung für die Vorausgegangenen und deren Angehörige – denn sie gaben uns alles! Angriffe auf unsere Polizistinnen und Polizisten gleichen einem Angriff auf unseren Rechtsstaat, unsere Werte und letztendlich auf uns alle.

UNITER NETWORK möchte den Ruf der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) nach einem bundeseinheitlichen Gedenktag zu Ehren verstorbener Polizisten unterstützen – In Eins verbunden. Alljährlich sollen uns die mit dem Polizeiberuf verbundenen Risiken und Gefahren vor Augen geführt werden. Sicherheit gibt es nicht zu Nulltarif. Unsere Polizistinnen und Polizisten sind bereit, hierfür alles einzusetzen, was sie haben, ihr Leben. Jetzt setzen wir uns für unsere Polizistinnen und Polizisten ein und sorgen dafür, dass sie nicht vergessen werden. Das ist das Einzige, was wir für sie tun können.

Lasst uns hoffen, dass unsere Forderung in der Politik Gehör findet und wir die Unterstützung all derer die zu uns stehen erhalten werden. Lasst uns gemeinsam dafür werben, dass wir den 29. September, den Tag des Heiligen Michael als bundesweiten Gedenktag erhalten.

Als mächtigstem Erzengel kommt Michael zweifelsohne eine ganz besondere Bedeutung zu. Er zwingt das Böse in die Knie und verhilft dem Guten und der Gerechtigkeit zum Sieg, nicht zuletzt gilt er als Schutzpatron der Polizisten und Soldaten. Michael wird daher nicht nur im Christentum, sondern auch im Judentum und im Islam verehrt. Und so erklärt es sich, dass viele Gotteshäuser in Deutschland den Namen Michaeliskirche tragen und der 29. September bis heute auch bekannt ist als Michaelistag.

Lasst uns gegen das Vergessen ankämpfen. Lasst uns gemeinsam am 29. September jeden Jahres ihrer gedenken und dies öffentlich zeigen. Wir können das Geschehene nicht ungeschehen machen, aber wir können zeigen, dass ihr Opfer nicht umsonst gewesen ist.

Von uns gegangen sind nur die Vergessenen!
In Eins verbunden!