Offener Brief an die taz-Chefredaktion

taz Verlags u. Vertriebs GmbH

Herrn Chefredakteur Georg Löwisch
Friedrichstr. 21
10969 Berlin

Sehr geehrter Herr Löwisch,

wie Ihnen sicherlich bekannt sein dürfte, ist die taz seit Dezember 2017, aber insbesondere seit einigen Wochen mit einer tendenziösen Berichterstattung über den Verein UNITER, dessen Mitglieder und insbesondere über „Hannibal“ beschäftigt. Um unsachlichen Behauptungen und Vermutungen entgegenzutreten und Ihre falschen Darstellungen zu korrigieren, haben wir Ihrer Redaktion dazu innerhalb der jeweils angegebenen Fristen faktisch korrekte Informationen zukommen lassen, die im Wesentlichen keine Berücksichtigung fanden. Wir haben offene Hintergrundgespräche geführt und durch unsere Anwälte im Einzelnen auf die von Ihrer Redaktion im Rahmen der Recherchen und Berichterstattung begangenen Rechtsverstöße hingewiesen.

Im jüngsten Artikel vom 21.12.18 wird deutlich, dass Sie mit Ihrer Berichterstattung zunehmend Falschinformationen aufsitzen und diese verbreiten, die sich bereits mit einem einzigen Telefonat klären ließen. Gerade bei denjenigen Ihrer Gesprächspartner, die vor Jahren durch die eigenen Verfehlungen aus dem Verein ausgeschlossen wurden sowie Konkurrenten innerhalb der Sicherheitsbranche sollte bei Ihnen der Verdacht nahe liegen, dass die Reporter der taz instrumentalisiert werden. Eine Gegenrecherche von Informationen wird in anderen Printmedien, aber auch seitens der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten als normale Vorgehensweise praktiziert und entspricht üblicher journalistischer Praxis.

Sicherlich verkaufen überspitzte Schlagzeilen und Formulierungen ein Blatt mit seit Jahren sinkenden Auflagenzahlen besser, als eine seriöse Berichterstattung. Wie die aktuelle Spiegel-Affäre zeigt, kann diese Form einer durch Interessen motivierten Berichterstattung jedoch letztlich größeren Schaden für das eigene Haus anrichten.

Es sind nicht grundsätzlich der Staat, die Behörden, die anderen Parteien und die anderen Medien allesamt unterwandert, sondern es ist die taz, die sich hier fragen sollte, warum sie seit Wochen mit ihrer Darstellung keine nennenswerte Nachahmung findet, bzw. eine solche nach erfolgter Faktenrecherche sofort einschläft.

Wenn journalistische Kollegen quer durch alle politischen Lager hindurch in der Lage sind, sich durch faktenbasierte Recherchen eine eigenständige Meinung zu bilden und sich deren Kritik im Wesentlichen darauf beschränkt, dass der UNITER e.V. in der Vergangenheit zu wenig Transparenz gezeigt hat, dann sollte es in einer gemeinsamen Anstrengung gelingen, auch Ihrer Redaktion zu vermitteln, was es mit einem überparteilichen und überkonfessionellen Netzwerk der „Sicherheit für Leben, Bildung und Entwicklung“ tatsächlich auf sich hat.

Wir möchten Sie, Herr Löwisch, an dieser Stelle öffentlich auffordern, sich Ihrer Verantwortung als Chefredakteur zu stellen, die taz als Teil der deutschen Presselandschaft und der geltenden rechtsstaatlichen Gesetze zu begreifen und sich durch Ihr persönliches Eingreifen zu den Richtlinien und Gewohnheiten eines Qualitätsjournalismus zu bekennen.

Berlin, 23.12.2018

Mit freundlichen Grüßen

Der Vorstand UNITER e.V.