Schattenarmee

Am Montag, den 03.12.18 gab es in Berlin eine merkwürdige Veranstaltung: Es kamen dort sehr viele Uniformierte zusammen, teilweise aus Sicht anwesender Zivilisten mit Orden zahlreicher geschmückt, als es für einen nordeuropäischen Weihnachtsbaum zuträglich wäre. All diese Uniformierten unterhielten sich über einen Tag-X, bei dem es einen Massenanfall von Verletzten geben könnte und für den sie sich vorbereitet wissen wollten. Dafür kooperieren sie wie eine Armee im Hintergrund in einem flächendeckenden Netzwerk. Ausgeteilt wurde eine Prepper-Broschüre, die einem vierköpfigen Haushalt aufgibt ca. 80 Liter reines Trinkwasser, 14 kg Getreide-Brot-Kartoffeln, 16 kg Gemüse und Hülsenfrüchte sowie 10,4 kg Milch und Milchprodukte vorzuhalten. Außerdem enthalten die Angaben für einen Notfallrucksack, den man „soweit wie möglich griffbereit gepackt“ haben sollte. Dieses Netzwerk Ehrenamtlicher interessiert sich mittlerweile auch für die taktische Verletztenversorgung. Sie trainieren mit Experten aus dem Militär Techniken zur Deeskalation und Selbstverteidigung („Gemeinsam gegen Gewalt“). Einige davon organisieren sich mit einer App, um sich schnell zu mobilisieren und einsetzbar zu sein („Saving Life“). Die Szene der Geocacher, die bekanntlich Berührungspunkte zu der Survival-Szene hat, die wiederum der Prepper-Szene nahesteht, wird gezielt durch Maßnahmen angesprochen („Geocaching trifft Erste Hilfe“). Die Unterhaltungen am Rande kreisen um das Thema Sicherheit.

Wie findet ihr das? Kommt es euch bekannt vor?

Hier war es allerdings eine Veranstaltung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat zur Verleihung des Förderpreises „Helfende Hand“. Hier kamen Rettungskräfte in ihren Paradeuniformen zusammen, um sehr ehrenvoll für ihr Engagement für unsere Gesellschaft ausgezeichnet zu werden. Die Broschüre „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notfallsituationen“ ist vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das ja eigentlich auch nichts gegen Prepper hat, solange die kein rechtsextremistisches Gedankengut pflegen und das Gewaltmonopol des Staates nicht in Frage stellen.

Und was hat das alles mit UNITER zu tun? Eigentlich nichts, bis darauf dass auf dieser Veranstaltung fast gar keine Presse unterwegs war und dementsprechend nichts zusammengereimt wurde, was letztlich so nicht zusammengehört. Da wir bereits mit vielen dieser Rettungskräfte und der Polizei bei Übungen aktiv zusammenarbeiten, wird es uns wohl auch noch gelingen, uns in naher Zukunft für diesen wunderbaren Preis zu nominieren: Helfende Hand. Denn das Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Gesellschaft. Und zum Thema Sicherheit können gerade wir eine Menge beitragen, tun es tagtäglich und werden es auch weiterhin tun.

In Eins verbunden!