Schöner Brief

Hallo,

in einem Sprichwort heißt es „Die Kirche im Dorf lassen“. Mein Beitrag hier stelle ich unter dieses Motto.

Das Leben geht manchmal seltsame Wege: Seit etwa 4 Jahren lebe ich in Berlin-Schöneberg in einem Wohnheim für Obdachlose, weil es fast unmöglich geworden ist, eine geeignete  – vor allem bezahlbare – Wohnung zu bekommen.

Ich habe in dieser Zeit viel gesehen und erlebt, eine Vielzahl an Mitbewohnern sind keine einfache Klientel, neben sozialem Abstieg leiden viele auch unter ihren Suchtproblematiken (Alkohol, Drogen). Dazu kommen Flüchtlinge verschiedener Nationalitäten, welche die zuständigen Behörden gern hierher vermitteln.

Seit gut 9 Monaten gibt es hier eine Heimleitung, der Frau Franziska K. (von den meisten liebevoll „Franzi“ genannt) vorsteht unterstützt von ihrer Mutter. Die Vorgänger in der Leitung des Wohnheims haben sich nach 10 Jahren Tätigkeit schlicht verschlissen, was teilweise zu chaotischen Zuständen im Ablauf und in der Organisation führte.

„Franzi“ übernahm die Leitung und brachte im Sinne des Wortes frischen Wind in diese soziale Einrichtung.

Es wurde gehämmert, gebohrt, renoviert, Elektrik erneuert, Wohnungen und Zimmer teils neu möbliert; was genau betrachtet auch notwendig war, da diesbezüglich Versäumnisse aus der Vergangenheit offenbar wurden.

Auch der Umgangston wurde merklich freundlicher, verständnisvoller bei der Lösung alltäglich- und individueller Probleme. Frau K. ist sozial sehr engagiert für „ihr Haus“, generiert in der gesamten Bundesrepublik Kleider- und Sachspenden für die Bewohner. Es gab eine schöne Weihnachtsfeier unter andere, wo kein Bewohner vergessen wurde und wo Mitglieder von UNITER tatkräftig und durch Spenden aktiv beteiligt waren.

Sie gibt Unterstützung soweit als möglich bei Problemen mit Behörden, wenn jemand einen Weg aus einer jeweiligen Suchtproblematik sucht und vieles mehr, worüber man einen gesonderten Beitrag schreiben könnte. Sie ist immer ansprechbar und hat für jeden ein offenes Ohr.

Mir sind Pressemeldungen und über Internet-Foren Berichte aufgefallen, die sich gegen den Verein UNITER“ wiederholt kritisch äußern und die deren Mitgliedern einseitige Ideologie unterstellen usw.

Die Frau von der ich hier berichte, ist aktives Mitglied bei  UNITER. Und würde ich die negativen Schlagzeilen in dem Zusammenhang auf sie projizieren, so passte dies denn gar nicht zusammen. Mir ist bekannt, das „Franzi“ auch schon persönlich wegen ihrer Mitgliedschaft bei UNITER kritisiert wurde – mit allen negativen Etiketten dazu.

An dieser Stelle sollte “die Kirche im Dorf gelassen” werden, nicht nur meiner persönlichen Ansicht nach.

Am Beispiel von „Franzi“ K. lässt sich deutlich erkennen, wie daneben man liegen kann mit pauschalisierten Meinungsbildern über Mitglieder/innen von UNITER.

Das Wohnheim hier könnte – in und mit all seinen Facetten – nicht annähernd so erfolgreich geführt werden, wenn Frau K. aufgrund ihrer Mitgliedschaft bei UNITER eine einseitige Ideologie inne hätte und vertreten würde.

Berlin-Schöneberg 19.03.2019

Jensen (62 Jahre alt)