Starke Kinder beim Spezialseminar „Schulranzen“

Das Risiko von Mobbing, tätlichen Übergriffen auf dem Schulhof, aber auch versuchten Sexualdelikten an Kindern lässt sich leider nie umfassend ausschließen. Umso wichtiger ist es, die Kinder frühzeitig für eventuelle Gefahren zu sensibilisieren und ihnen Möglichkeiten der Selbstbehauptung sowie die Grundlagen eines möglichst realitätsnahen Verteidigungstrainings zu vermitteln. Hier engagiert sich der Verein UNITER auf verschiedenen Ebenen und für alle Altersgruppen. Das beliebte „Tornister Tutorial“ zu Beginn der Schulzeit wurde am 29.02.19 durch ein Spezialseminar „Schulranzen“ ergänzt.

Thematisiert wurde u.a. das auf jedem Schulhof vorkommende Schubsen von vorne, von der Seite, von hinten, das Ziehen an den Haaren und am Schulranzen. Dazu gab es eine kleine Fallschule, Handbefreiung, Abwehr gegen Schläge und Tritte. Hinzu kamen Übungen zur Selbstverteidigung aus sitzender Position (im Bus, an der Haltestelle). Ein technischer Schwerpunkt der Übungen war es, aus einer unterlegenen liegenden Position einen Aggressor auf Distanz zu halten und schnellstmöglich von der liegenden, in eine verbesserte stehende Position zu kommen. Wichtig war hier das Aufzeigen der Differenzierung zwischen Selbstverteidigung und Selbstbehauptung gegen Gleichaltrige und gegen Erwachsene, das Lesen der Körpersprache, das Lernen verbaler und rhetorischer Konfliktlösungsstrategien sowie Deeskalationstechniken und die Psychologie der Aggressivität. Also: Was lässt Wut/Aggressivität entstehen? – die Auslöser und Gründe.

Auch für die Kinder untereinander, aber umso mehr für die begleitenden Erziehungsberechtigten ist es wichtig, sich mit dem Streitschlichtungstraining und mit einer lösungsorientierten Gesprächsführung bei Meinungsverschiedenheiten zu beschäftigen. Das Spezialseminar ging auch auf den Notfallparagraphen, die Tatbestandsmerkmale und einige Fallbeispiele ein. Dies sowohl im Kontext Kind/Kind, als auch Erwachsener/Erwachsener. Angemessene Reaktionen und Kontern von Beleidigungen, das Erlernen der WMA Vermeidungs-/Verteidigungs-/Flucht- und Hilfeholstrategie standen ebenso auf dem Programm. Der angesetzte Zeitrahmen des Seminars wurde dabei deutlich durch die regen Nachfragen im theoretisch-psychologischen Teil überzogen.

Der engagierte Seminarleiter David Stolla ist seit seinem Dienst bei der Bundeswehr freiberuflich als Personenschützer aktiv, hat zwei WingTsun-Selbstverteidigungsschulen gegründet und unterrichtet das Wing-Martial-Arts Fighthing System. Seine speziellen Kompetenzen umfassen neben dem Medical First Responder/TCCC die Bereiche Combat/Fighting und Faustfeuerwaffenhandling. Er gilt als Nahkampfexperte und trainiert u.a. mit Mitgliedern der deutschen Polizei, des deutschen, britischen und französischen Militärs. Die positiven Erfahrungen seiner „Tornister Tutorials“ sind zu einem besonderen Aushängeschild seiner Schule geworden. Er engagiert sich bewusst ehrenamtlich für den Verein UNITER und dessen Kernanliegen Sicherheit für Leben, Bildung und Entwicklung. Sein intensives Engagement für Kinder als die Schwächsten unserer Gesellschaft finden wir herausragend.

In eins verbunden.