Stop the bleed – Kursbericht vom 23.08.19 – 24.08.19

Beim Heimwerken zuhause, am Arbeitsplatz oder unterwegs im Urlaub. Alles ist friedlich und der Tag scheint ganz entspannt zu werden.

Dann kommt der Moment, der alles ändert:

Ein schrecklicher Unfall!

Jetzt entscheidet schnelle und effektive Hilfe innerhalb kürzester Zeit über Leben und Tod.

Weil Unfälle unvorhersehbar und plötzlich auftreten, ist sehr wichtig über eine gute Ausbildung zu verfügen, die es uns ermöglicht, genau diese Art von Erster Hilfe leisten zu können. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde in den USA die „Stop the bleed“-Initiative gegründet, damit die notwendigen Kenntnisse zur Ersten Hilfe bei kritischen Blutungen in weite Teile der Bevölkerung hineingetragen werden.

Die MRU hat sich diesen Zielen angeschlossen und die „Stop the bleed“ Ausbildung gestartet.

Am 23. und 24. August trafen sich die MRU Ausbilder mit den Lehrgangsteilnehmern, um die ersten Instruktoren auszubilden.
Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den MRU Leiter Michael Bild ging es auch direkt mit der Ausbildung los.

Der erste zu behandelnde Aspekt war die Geschichte der „Stop the bleed“ Bewegung in den USA. Nach mehreren schrecklichen Vorkommnissen mit einer großen Anzahl an schwer und schwerstverletzten Personen kamen Behörden und Institutionen zu der Erkenntnis, dass es absolut notwendig ist eine breite Verankerung der erforderlichen Kenntnisse in der Bevölkerung zu schaffen, um in solchen Fällen den Opfern eine schnelle und umfassende Hilfe zu gewährleisten. Aus diesen Überlegungen heraus entwickelte sich dann das Konzept von „Stop the bleed“ und wird seither über ein Multiplikatorenkonzept öffentlich geschult.

Der zweite Punkt der theoretischen Schulung war die Darstellung und Einführung in die Unterrichtsmaterialien und in die Durchführung der Unterweisungen. Ziel war, die Instruktoren mit den Lehrmaterialien vertraut zu machen, damit sie die Inhalte an spätere Kursteilnehmer sicher weitergeben können.

Nach dieser intensiven und sehr informativen Einführung in die Thematik und der mittlerweile fortgeschrittenen Stunde, fiel den Lehrgangsteilnehmern der Übergang zum inoffiziellen Teil nicht mehr schwer. Jetzt bot sich die Gelegenheit zum allgemeinen Austausch und zur Kameradschaftspflege.

Der zweite Tag des Lehrganges stand ganz im Zeichen des praktischen Übens. Der Fokus der Praxisunterweisung war auf die Kernmaßnahmen gerichtet:

Welche Möglichkeiten stehen zur Verfügung, wenn eine medizinisch kritische Blutung vorliegt?

Dabei sieht das „Stop the bleed“ Konzept zwei Maßnahmen vor: Woundpacking und die Anlage des Tourniquets.

Bei massiven Verletzungen im Extremitätenbereich ist die Anlage eines Tourniquets erforderlich, dessen Verwendung eigentlich selbsterklärend ist. Aber aufgepasst: viele Fehler können gemacht werden. Die Ausbilder achteten daher peinlich genau auf die korrekte Lage, die richtige Spannung, eine ordentliche Sicherung, sowie über die weiteren Randbedingungen bei der Ausführung.

Penetrierende Verletzungen in den Extremitäten (z.B. Stich- oder Pfählungsverletzungen) werden durch das sogenannte Woundpacking behandelt. Das Erkennen der Verletzungen (z.B. unter der Kleidung des Verletzten), die Richtung und die Tiefe sowie die Richtung des Blutflusses sind neben der korrekten Technik des Packings von wesentlicher Bedeutung. Auch bei dieser Maßnahme wurde unter den strengen Augen der Ausbilder intensiv geübt.

In einem sehr kompakten und intensiven Lehrgang haben die Teilnehmer das notwendige Rüstzeug erhalten, um diese Inhalte sicher zu schulen und weiterzutragen.