UNITER Meilensteine (Teil 1)

Endlich ist es soweit: die Medical Response Unit, MRU, geht in ihren ersten Hilfseinsatz im Ausland. Für UNITER als Verein wie für die beteiligten Kräfte der MRU ist dies ein Riesenschritt in der noch jungen Vereinsgeschichte.

Das intensive Training der professionellen Rettungskräfte und Ärzte hatte schon im letzten Jahr in Deutschland begonnen, geübt wurde dabei u.a. das Bergen von Verletzten im unwegsamen Gelände, aber auch die Versorgung von für uns untypischen Verletzungsmustern auch innerhalb von Gefahrenzonen. Dazu mussten gezielt Kenntnisse des Eigenschutzes trainiert werden.

Zur Vorbereitung gehörte auch eine intensive Auseinandersetzung mit dem ersten Einsatzort, den Philippinen. Diese bestehen aus ca. 7650 Inseln im westlichen Pazifischen Ozean und gehören zu Südostasien. Die rund 1,7 Millionen Einwohner zählende Hauptstadt Manila ist unser erstes Einsatzgebiet. Fast 20 Millionen Einwohner leben in dem Regierungsbezirk von Manila, was sie zu einer der größten Städte der Welt macht.

UNITER wird in der Hauptstadt Manila eingesetzt um die Notaufnahmen der Krankenhäuser sowie den Rettungsdienst personell zu unterstützen. Da unser MRU Team aus erfahrenen Ausbildern in international zertifizierten Kurssystemen besteht, werden wir auch bei unserem Einsatz nicht nur dieses Wissen einsetzen, sondern bei der Ausbildung der Kräfte vor Ort helfen.

Für die MRU Medics wird es mit Sicherheit eine spannende und lehrreiche Zeit. Gerade weil in der viertgrößten Stadt der Welt ein sehr hoher Anteil der Bewohner, vor allem in den ärmeren Gebieten, bewaffnet ist, werden unsere Medics mit einer Vielzahl an Verletzungsmustern in Berührung kommen, die in unserem europäischen Alltag eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Da die Krankenhäuser der Philippinen personell sehr schlecht besetzt sind (eine Pflegekraft auf fünfzig Patienten ist keine Seltenheit), hoffen wir für die Philippinischen Hilfsorganisationen eine Entlastung und – durch die Hilfe bei der Ausbildung – auch längerfristig eine Bereicherung darzustellen.

Für das MRU Team ist die hohe Anzahl von Patienten, die Verletzungsmuster, aber auch das Einsatzgebiet an sich eine Herausforderung. Aufgrund der Lage der Philippinen kommen wir hier mit Erkrankungen in Kontakt, die es in Mitteleuropa schlicht nicht gibt. Daher gehören Vorträge über Tropenkrankheiten und ihre Prävention genauso zur Vorbereitung, wie eine Vielzahl von Impfungen. Auch die dort heimische Flora und vor allem Fauna gehören zu den Dingen, mit denen man sich durchaus beschäftigen sollte, denn die Philippinen haben die höchste Anzahl an giftigen Tieren weltweit!

Ein weiterer Punkt der längeren Vorbereitung auf diesen Einsatz ist die Beschaffung einer persönlichen Schutzausrüstung. Der von uns in Deutschland gewohnte Standard ist auf den Philippinen nicht existent, daher wurde durch den Verein UNITER eine einheitliche Arbeitskleidung gestellt, damit die MRU Rettungskräfte seriös und einheitlich auftreten können und so für die lokalen Einsatz- und Hilfskräfte erkennbar sind. Der Impfstatus wurde aktualisiert und alles, was wir an weiterer Ausstattung vor Ort brauchen würden, also Basisartikel wie Einweghandschuhe, wurde vorab besorgt.

Für den Verein UNITER ist der erste wochenlange Einsatz der MRU in den Philippinen ein Meilenstein und zugleich ein Test, dessen Erfahrungen für die zukünftigen Einsätze weltweit mit bis zu 50 Rettern ausgewertet werden sollen. Das Projekt wird durch ein Kamerateam begleitet, so dass wir demnächst unsere eigenen Videos dazu posten werden. Wir bleiben dem MRU Team in eins verbunden.