UNITER – United as one!

Unser nächster Meilenstein ist erreicht! Eine Gruppe ehrenamtlicher UNITER Mitglieder aus Europa hat in ihrer Freizeit als eigenständige Medical Response Unit, MRU, den ersten erfolgreichen Auslandseinsatz durchgeführt. Und das, obwohl wir mit unseren Einsatzvorbereitungen noch nicht ganz zufrieden waren. Doch auch wenn aller Anfang oft schwer ist, so konnten wir mit unserem zweiwöchigen Hilfseinsatz einen guten und professionellen Eindruck hinterlassen und das zählt für beide Seiten, für uns und unsere philippinischen Gastgeber. Ein erster Schritt von vielen weiteren, welche nun noch folgen werden.

Für das Department for Desaster Reaction and Control und die Polizei des Laguna Districts konnten wir bei diesem Hilfseinsatz praktische Unterrichte über eine Reihe von Themen zur Seilzugangstechnik (Rettung aus Confined Space, Verwendung von Gurtzeug und dem Abseilen von verschiedenen Strukturen), zur Wasserrettung (Bergen von Verletzten und Verbringen ins Boot mittels Spineboard), aber auch zur Stop the Bleed Thematik geben. Gerade die Versorgung lebensbedrohlicher Blutungen durch direkten Druck, Woundpacking und mittels Tourniquets waren sehr gefragt. Hier zeigte sich einmal mehr, wie wichtig die Anwendung auch improvisierter Tourniquets ist, da die kommerzielle Variante auf den Philippinen nicht oder kaum vorhanden ist. In Deutschland werden zwar im Hinblick auf die allgemeine Sicherheitslage alle Polizisten mittlerweile in der Anwendung geschult, aber selbst bei uns ist die Verbreitung des kommerziellen Tourniquets noch sehr lückenhaft und das Wissen zur Improvisation fehlt gänzlich.

Weiterhin wurde die MRU auf Ambulanzfahrzeugen eingesetzt, um ihre Fähigkeiten in der präklinischen Versorgungen auf der Straße anzuwenden. Das eigene Leben zu riskieren um anderen zu helfen ist zwar im UNITER Klientel fast ein Normalzustand, doch dies im Jahresurlaub auch noch zu tun, zeugt von großem Eifer für die gute Sache.  Im notfallmedizinischen Bereich wurde von den lokalen Verantwortlichen einiges an Fortbildung gewünscht, Fachwissen konnte hier pragmatisch und effektiv vermittelt werden, jedoch aufgrund der relativ kurzen Zeitspanne unseres Aufenthaltes konnten wir nicht alles umsetzen wie wir es gern gewollt hätten. Hier ist ein großer Bedarf und eine ausgeprägte Lernbereitschaft bei den örtlichen Rettungskräften vorhanden, welche eifrig und mit völliger Hingabe alle Hilfsausbildungen wahrnahmen. Insofern stieß jede Anregung auf begeistertes Interesse, was uns eine zusätzliche Motivation gab, unser Wissen weiterzugeben und damit auch langfristig Leben zu retten.

Vorstellungen bei den Polizeichefs der Bezirke waren ebenfalls Teil dieser ersten Erkundung. Hier boten wir direkt als kleinen Einstieg an, die Polizisten in einer Kombination aus Basis Erster Hilfe und Stop the bleed zu schulen, um die Selbst- und Kameradenhilfe zu verbessern, aber auch die generelle Anwendung lebensrettender Maßnahmen zu ermöglichen. Diese Erste Hilfe Schulung führten wir dann für 40 Beamte des Laguna Distrikts an zwei Tagen durch. Da diese über keinerlei medizinisches Equipment verfügen, zeigten wir ihnen, wie Tourniquets und Woundpacking mit improvisierten Mitteln realisiert werden können. In Ermangelung geeigneten Ausbildungsmaterials, bastelten wir vor Ort u.a. aus Poolnudeln Blutungssimulatoren, um so den Polizei- und Rettungskräften ein möglichst realistisches Training zu ermöglichen. Auch in diesem Bereich sind von Seiten der Polizeiführung, aber insbesondere dem Department für Katastrophenschutz weiterführende Ausbildungen erwünscht. Diese werden wir mit dem UNITER Philippinen Landes Distrikt nun ausplanen und zeitnah mit Manpower und Equipment versorgen. (Merke: Machen ist wie wollen, nur krasser!)

Zusammenfassend kann man sagen, dass trotz der schwierigen Ausgangslage das Maximum aus unserem ersten internationalen MRU-Einsatz herausgeholt wurde und wir einen guten und professionellen Eindruck vor Ort hinterlassen haben. UNITER ist zu einem gern gesehenen Gast und Partner auf Augenhöhe auf den Philippinen geworden. Dieses erfolgreiche Projekt zeigt einmal mehr, dass wir sinnvolle praktische Hilfeleistungen erbringen können und zwar unabhängig von Landesgrenzen, Religionen oder Herkunft. Wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch und bleiben in eins verbunden!